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Samstag, 7. Oktober 2017

Der Germser Rundwanderweg - Etappe 6: Weltkugel-Wanderweg Nr. 31

"Der Germser Rundwanderweg - Etappe 6: Weltkugel-Wanderweg Nr. 31"


Die Tour im Überblick

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Beschreibung der Tour 

Tourtag:

04.10.2017

Anreise:

per Bus von Zwettl und Linz erreichbar

Streckenlänge / reine Gehzeit ohne Pausen: 

rund 16 km / rund 4:00 Stunden

Beste Zeit für die Tour: 

Zu jeder Jahreszeit machbar, teilweise unmarkiert.

Route: 

Quelle: ape@map desktop (c) Onyx Technologie OG 2015








Beschreibung Streckenstück
Entfernung
Diesen Sommer ist der Gerungser Wanderverein aus seinem Dornröschenschlaf aufgewacht und hat den Wanderweg zur Weltkugel neu gestaltet, und zwar als Rundwanderweg. Erst war ich erfreut, dann habe ich bemerkt, dass ich einen Teil des Weges schon begangen habe: Böhmsdorf -  Jakobihäuser - Thail, den Großteil davon auf Asphalt. Also muss ich wieder einmal meine eigene Variante gestalten ... 0m
Ausgangspunkt ist neuerlich der Parkplatz hinter dem Gemeindeamt. Mir kommt vor, dass die Wanderwege jetzt besser markiert sind und mich kurz nach dem Friedhof der Wegweiser auf der vom letzten Mal bekannten Strecke steil hinunter ins Zwettltal führt. Nach der Brücke zweigt mein Weg nach rechts ab und es beginnt der schönste Teil des Weges an Feldrainen und Hecken unterhalb des Schnabelbergs. Bald bin ich aber wieder auf Güterwegen in den Streusiedlungen des Oberrosenauerwaldes unterwegs. Das Buch "Stadtgemeinde Groß Gerungs" von Josef Prinz weiß zu berichten, dass der Ober Rosenauerwald ab dem 16. Jahrhundert gerodet wurde. Die gerodeten Stücke oder Reuter wurden an Untertanen verkauft. Ab dem 17. Jahrhundert wurden auf den Rodungsflächen dann Waldhäuser errichtet. 1751 gab es im Ober Rosenauerwald 46 solche Waldhäuser. Bis 1969 war Ober Rosenauerwald sogar eine eigene Gemeinde. Reich wurden die Bauern hier nie, der Boden ist karg und die Grundstücke waren klein. Viele Waldhäusler arbeiteten in Rosenau als Leinenweber.
Noch bin ich guter Dinge, die herbstliche Landschaft ist wunderschön. Es geht wieder zur Friedenskapelle, die ich schon bei der letzten Etappe besucht habe. Damals standen hier Maibäume, heute raschelt goldenes Laub am Boden. Und es geht gnadenlos auf Asphalt weiter. Insgesamt 5 Kilometer sind es auf der Straße. Kein Wunder, dass mir am Ende die Füße weh taten.... Unterwegs passiere ich das Geburtshaus des DDr. Böhm, das ich beim letzten Mal schon gesucht habe, verlasse beim Wirthelmreich die Straße und wandere in den Altwald hinein.
6,2 km





Die Tür der Friedenskapelle




Wirthelmreich



Für alle, die zur Besichtigung der Weltkugel mit dem Auto anreisen, gibt es hier einen Parkplatz. Ein Naturerlebnispfad mit Schautafeln geleitet die Wanderer über die letzten eineinhalb Kilometer zum Ziel. Hier geht man wieder gerne. Der bunte Buchenwald riecht nach Herbst. Bald ist die Weltkugel erreicht, Teil der Kraftarena Groß Gerungs, ein Felskoloss mit einem Gewicht von 500 Tonnen inmitten einem Meer von Granitblöcken. Mich erinnert sie an ein wohlgerundetes Hinterteil. Wie alle Plätze der Kraftarena wurde auch die Weltkugel ausgewünschelt. Natürlich finden sich auch hier energetische Kraftlinien, die auf den Herz-Kreislauf-Meridian wirken und eine entspannende Wirkung haben sollen. An zwei besonders wirkungsvollen Stellen wurden Bankerl aufgestellt, sodass man während der Rast zugleich Energie tanken kann. Das mache ich natürlich auch. Früher musste man auf demselben Weg nach Groß Gerungs zurückwandern. Jetzt folgt man entlang des früheren Wanderweges Nr. 40 einer Forststraße zum Waldjäger und weiter nach Wurmbrand. Bis Wurmbrand will ich aber nicht. Leider funktioniert mein GPS nicht, eigentlich hatte ich geplant, einen der eingezeichneten Wege Richtung Westen zu nehmen und ein bisschen abzukürzen, aber ohne GPS erscheint mir das aussichtslos, ich finde nicht einmal die möglichen Abzweigungen, vieles ist verwachsen oder ganz verschwunden. Also bleibe ich auf der Forststraße, die beim Waldjäger in Asphalt übergeht. Vor dem Firmengelände der Großtischlerei Bruckner führt ein weiterer Güterweg auf den Winterberg. Flohberg, Hausberg, Winterberg, Höllberg, Schnabelberg - der Ober Rosenauerwald ist durch seine Hügel definiert. Nach dem letzten, offenbar unbewohnten Haus endet der Asphalt. Idyllisch geht es hinunter ins Tal des Leitenbachls. Hier unten steht eines der schönsten Häuser der Gegend, unbegreiflicherweise seit langem schon unbewohnt und nicht verkäuflich, sonst hätte sich wohl schon der ein oder andere Wiener dafür interessiert. Eigentlich schade, denn dieses Haus mit seinen riesigen Lindenbäumen sollte erhalten bleiben.

11,2km




Die Weltkugel


Beim Waldjäger



Am Winterberg






Hier im Steingraben erreiche ich bekannte Gefilde. Bei der letzten Etappe war ich schon hier, bin den Weg in entgegengesetzter Richtung gegangen. Ich folge einem Bachlauf hinauf zu der aus Etlas kommenden Sandstraße, eine der letzten nicht asphaltierten Straßen weit und breit. Bei der nächsten Häusergruppe nehme ich den Richtung Haid führenden Feldweg. Links von mir liegen die Knabenkrautwiesen, über die ich im Frühling gewandert bin. Auch die folgenden Häuser kenne ich von der letzten Etappe. Damals kam ich von Haid und habe den Wanderweg gesucht. Ein freundlicher Hund bettelt um Streicheleinheiten, bevor ich weiterziehen kann. Bald bin ich wieder nahe der Friedenskapelle und folge dem bekannten Wanderweg Nr. 37 zurück Richtung Groß Gerungs. 16,0km




Blick zum Hochberg




Interessantes entlang des Weges: 

Die Weltkugel ist eine Granitformation und Teil der Kraftarena Groß Gerungs.

Adressen und Informationen: 

Telefon:
E-Mail:
Internet:
Öffnungszeiten:


Sonstiges

Möglicherweise gibt es den Germser Rundwanderweg wieder, jedenfalls werden wieder IVV-Wanderungen angeboten. Ich finde es schade, dass die meisten Wanderwege in der Gemeinde so lieblos gestaltet wurden. Gerade bei diesem Weg, der ja offenbar als Rundweg neu konzipiert wurde, hätte man doch neue Routen finden können, anstatt stur auf den Asphaltstraßen zu bleiben. Natürlich wird es immer schwieriger, schöne Wege zu finden, weil alles im Modernisierungswahn zuasphaltiert wird und wohl auch die Gemeinden glauben, sich damit Wählerstimmen zu sichern, aber mit ein bisschen Phantasie und Verhandlungsgeschick könnte man doch den einen oder anderen Weg abseits der Straßen erschließen. Schade drum !
Ein Teil der Kraftarena fehlt mir noch: die Steinpyramide in der Oberneustift. Sie wird bis nächstes Jahr warten müssen. Und weil der Weg dorthin praktisch nur auf Straßen verläuft, wird es wohl eine Radrunde werden.


Links: 

Wanderwege in Groß Gerungs
Kraftarena Groß Gerungs




 

Mittwoch, 31. Mai 2017

Der Germser Rundwanderweg - Etappe 5: Friedenskapelle-Wanderweg Nr. 37 und mehr

"Der Germser Rundwanderweg - Etappe 5: Friedenskapelle-Wanderweg Nr. 37 und mehr"


Die Tour im Überblick

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Beschreibung der Tour 

Tourtag:

18.05.2017

Anreise:

per Bus von Zwettl und Linz erreichbar

Streckenlänge / reine Gehzeit ohne Pausen: 

rund 13 km / rund 3:00 Stunden

Beste Zeit für die Tour: 

Zu jeder Jahreszeit machbar, teilweise unmarkiert.

Route: 

Quelle: ape@map desktop (c) Onyx Technologie OG 2015








Beschreibung Streckenstück
Entfernung
Im Herbst war ich zuletzt rund um Groß Gerungs unterwegs. Zeit also für eine neue Etappe in das nördliche Umland, den Oberrosenauerwald. 0m
Ausgangspunkt ist wieder der Parkplatz hinter dem Gemeindeamt. Ich folge der Gröblingerstraße aus dem Ort hinaus, vorbei an Friedhof und Kindergarten. Unvermittelt beginnt der Wald. die Markierung bringt mich hinunter zur Zwettl und über einen Steg auf die andere Seite. Der Fluss hat viel Wasser. Jetzt kenne ich ihn ja schon gut, ich glaube, er hat mich auf beinahe jeder Etappe begleitet. Weg 37, der "Friedenskapelle-Wanderweg", führt durch lichten Frühlingswald einen kleinen Graben hinauf. Oben am Güterweg beginnt die wellige Parklandschaft des Oberrosenauerwaldes. Ich blicke hinüber Richtung Hochberg, die Felder sind mit allen nur denkbaren Grüntönen geschmückt. Über Asphaltwege gelange ich dann zur Friedenskapelle - Achtung, die Abzweigung ist schlecht beschildert, der Weg führt direkt am Haus "Zwölfer" vorbei über die Wiesen. Ich mache Rast und besichtige die Kapelle. Sie wurde Ende des II. Weltkrieges aus Feldsteinen errichtet, aus Dankbarkeit dafür, dass die Gegend von größeren Kriegswirren verschont geblieben war. Im Inneren gibt es interessante Fotos. Zweimal jährlich gibt es auch jetzt noch eine Wallfahrt zur Friedenskapelle. 2,9 km



Die Zwettl


Blick Richtung Hochberg



Früher war die Friedenskapelle ein Anziehungspunkt


Weg 37 würde mich nun wieder nach Groß Gerungs zurückbringen. Ich möchte aber noch gerne den Oberrosenauerwald ein bisschen erkunden. Diese Gegend wurde erst Ende des 16. Jahrhunderts gerodet, so erzählt das Buch "Stadtgemeinde Groß Gerungs", und erst Ende des 17. Jahrhunderts mit verstreuten Waldhütten besiedelt. Den Charakter der Streusiedlung hat sich das Gebiet erhalten, immer wieder stehen die typischen Waldviertler Drei- und Vierseithäuser inmitten der parkartigen Landschaft. Die Gegend war immer arm, der Boden lieferte kaum Ertrag, viele Kleinbauern arbeiteten als Weber. Heute ist der Oberrosenauerwald ein Abwanderungsgebiet, die Jungen ziehen weg. Also zurück zum Güterweg. Links an der Straße steht ein frisch renoviertes Häuschen, möglicherweise das Geburtshaus von Josef Anton Böhm, Botaniker und 1878 Rektor der Universität für Bodenkultur. Kurz nach dem Haus führt links ein markierter Reitweg in den Wald. Ihm folge ich nach Norden, teils über wunderschöne Feuchtwiesen voller lila Knabenkraut, vorbei an einer Häusergruppe, dann auf einer Schotterstraße in den Steingraben. Eigentlich sollte ich hier einen markierten Wanderweg treffen, sagt meine Karte, aber weit gefehlt - den Weg gibt es schon lange nicht mehr.

5,5km


Eine Wiese voller Knabenkraut


Macht nichts - ich folge der imaginären Markierung zu den nächsten Häusern, dann entlang asphaltierter Straßen nach Schall, direkt an der B 119 gelegen. Schall gehört ebenfalls zum Oberrosenauerwald, 1999 bestand es aus 7 Häusern. Ein kurzes Stück folge ich der Bundesstraße Richtung Wurmbrand, vor der Brücke über die Zwettl führt ein schöner Weg nach links und bringt mich entlang der Flußwiesen zur Zwettl. Wer genau schaut, kann die Reste einer Mühle im Fluss erkennen. Überall sind Traktoren, das erste Gras wird geschnitten - kaum zu glauben, es ist erst Mitte Mai ! Die Wiesenblumen haben gar keine Chance mehr, sogar der Löwenzahn blüht noch und muss doch sterben. Der Weg führt aus dem Flußtal hinauf, unter mir liegt die Böhmsdorfmühle, an der ich bei der letzten Etappe vorbeiwanderte, vor mir liegt Haid, ebenfalls zerschnitten durch die B 119. Der markierte Weg endet leider abrupt bei einem Gehöft, hier geht es nicht weiter, also folge ich einem Fahrweg durch ein Wäldchen und gelange bei einem kleinen Haus auf einen Güterweg. Der bringt mich zurück in bekannte Gefilde, ich folge Weg 37 zurück zur Zwettl, dann steil hinauf auf dem ehemaligen Wegverlauf des "611". Beim Friedhof komme ich in die Gröblingerstraße und bin gleich beim Auto. 13,0km

Blick von Schall nach Wurmbrand


Mühlenreste an der Zwettl

Irgendwann verlief hier ein Wanderweg


Bei Haid





Interessantes entlang des Weges: 

Nachdem der Wanderweg 37 recht kurz ist, habe ich die Runde eigenständig erweitert. Die auf der Kompass-Karte eingezeichneten Wege gibt es zum Teil leider nicht mehr. Der Oberrosenauerwald ist eine landschaftlich reizvolle Gegend.

Adressen und Informationen: 

Telefon:
E-Mail:
Internet:
Öffnungszeiten:


Sonstiges

Der Germser Weitwanderweg kombiniert die 12 Groß Gerungser Wanderwege zu einer Tour, die je nach Angaben im Internet zwischen 136 und 155 km lang ist. Eine Rückfrage bei Herrn Käfer, der laut diverser Weitwanderseiten und laut Gemeinde Groß Gerungs für den Weg zuständig sein sollte, ergibt, dass es den Weg offiziell seit 2014 nicht mehr gibt. Vermutlich ist die IVV-Zertifizierung nicht mehr erteilt worden. Macht nichts, ich werde den Weg in meiner Variante begehen.


Links: 

Wanderwege in Groß Gerungs