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Sonntag, 7. Mai 2017

Etappe 12 Nord-Süd-Weitwanderweg 05: Von Plankenstein nach St. Anton an der Jeßnitz

 "Etappe 12 Nord-Süd-Weitwanderweg 05: Von Plankenstein nach St. Anton an der Jeßnitz"


Die Tour im Überblick

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Beschreibung der Tour 

Tourtag: 

30.04.2017

Anreise:

Plankenstein ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar.

Streckenlänge / reine Gehzeit ohne Pausen: 

rund 12 km / rund 3:45 Stunden mit Kindern

Beste Zeit für die Tour: 

Wie schon bei der letzten Etappe: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Landschaft hier hat zu jeder Jahreszeit ihren Reiz. Jetzt sind die blühenden Wiesen und Bäume im Kontrast zu den schneebedeckten Bergen halt besonders schön.


Route: 

Quelle: ape@map desktop (c) Onyx Technologie OG 2015







Beschreibung Streckenstück 
Entfernung

Neues Jahr - neues Glück ! Weiter geht es auf unserem Weg in den Süden. Heuer stehen Ötscher und Mariazeller Land auf dem Programm. Zum Aufwärmen wollen wir eine etwas kürzere Etappe machen, um die Kinder nicht gleich zu Beginn zu verschrecken.
0m
Gemütlich geht es los: mit einem Kaffee auf Burg Plankenstein. Hier ist weniger Ritterromantik, eher Fantasy angesagt. Nicht umsonst nennt sie sich "Märchenschloss". Plankenstein ist ein winziger Ort: Burg, Kirche, Pfarrhof, Friedhof und Schule, ein geschlossenes Gasthaus, das war's. Früher befanden sich Schule und Kirche in der Burg. Ob es da noch andere Häuser gab ? Wir wandern am Friedhof vorbei auf einen Höhenzug. Prachtvoll erhebt sich der Ötscher über blühenden Wiesen. Ein asphaltierter Güterweg führt uns sanft steigend den Höhenzug entlang. Wunderschön sind die Blicke weit ins Land hinein, über Löwenzahn und blühende Mostobstbäume. Wie schon im Herbst erscheint uns diese Landschaft zauberhaft. Bei den Häusern von Oberdachsberg hört der Asphalt auf. 2,5km












Die Wiesen sind übersät mit Schlüsselblumen und lilafarbenem Lerchensporn. Mein Bestimmungsbuch aus dem Jahr 1979 listet den Lerchensporn als seltene Pflanze. Hier gibt es ihn in Massen. Der lichte Wald ist mit einem duftenden Bärlauchteppich bedeckt. Auf den nächsten Hügelketten liegt noch Schnee, vor einigen Tagen hat es ja noch ziemlich geschneit, die Kinder finden letzte Schneereste und starten eine Schneeballschlacht, später schwingen sie sich auf dicken Lianen durchs Gebüsch. An der Abzweigung Richtung Wohlfahrtschlag legen wir eine Pause ein, aber der eisige Wind lässt uns nicht lange verweilen. 5,0km










Wieder geht es einen Höhenzug entlang, teils auf Asphalt, teils über Almwiesen mit großen, alten Bäumen, die unsere Kinder unwiderstehlich anziehen. Immer näher rückt der Ötscher, wie der Fujiyama erhebt er sich ganz alleine über die Hügel der Umgebung. Durch Buchenwald wandern wir hinunter zum Rainstein, einem Sandsteinmonolithen, der die Grenze zwischen den Herrschaften Gaming, Plankenstein und Friedau bildete. Zur Sonnenwende sollen früher die Bauern hierher gekommen sein und sich Stücke vom Sandstein abgerieben haben. Dieser Sand habe unter das Viehfutter gemischt Heilkräfte gehabt. 1926 ließ der damalige Bürgermeister von St. Anton an der Jeßnitz den Stein dann versperren, um ihn für die Nachwelt zu bewahren. Es dürfte sich hier wohl um einen uralten Platz mit besonderer Bedeutung handeln. Hier legen wir eine Essenspause ein, bevor wir noch einen Abstecher zum Ursprung der Melk machen, vom Rainstein in gut 10 Minuten erreichbar. Nachdem wir nun der Melk schon so manche Etappe gefolgt sind, wollen wir doch ihre Quelle sehen. Die befindet sich unter den Ruinen eines abgekommenen Bauernhauses. In diesem Bauernhaus geschah 1884 ein Mord. Daran erinnert ein Bildbaum gleich hinter dem Rainstein. 8,0km





Der Rainstein

Das Haus Moarreit über dem Melkursprung


Ab dem Rainstein geht es bergab, zunächst gleich recht steil über Wiesen. Eine gute Gelegenheit, hinunterzurollen und zu kugeln, bis man schwindlig wird. Kleine Bäche, an den Ufern mit Dotterblumen und Bärlauch bestanden, leiten hinunter ins Tal zum Bodingbach. Bei der Pointmühle beginnt der letzte Straßenmarsch, knappe 3 Kilometer bis nach St. Anton an der Jeßnitz hinein. Im Gasthaus "Jeßnitztaler Stub'n" stärken wir uns mit Kaffee und Kuchen, dann bringt uns das Taxi zurück nach Plankenstein. Die Kinder spielen Fangen. Nächstes Mal müssen wir sie definitiv wieder mehr fordern... 12,0km







Interessantes entlang des Weges



Adressen und Informationen: 

Taxi Manfred Haydn

Telefon: 07482/48 236
E-Mail:
Internet:
Öffnungszeiten:

Jeßnitztaler Stub'n, 3283 St. Anton/Jeßnitz 10

Telefon: 07482/43 044
E-Mail:
Internet:
Öffnungszeiten:


Sonstiges 

Diese Etappe führt wieder viel auf asphaltierten Wegen. Das ist oben auf den Höhenzügen nicht so schlimm, weil die herrliche Landschaft uns dafür entschädigt, aber der Marsch durch den Bodinggraben ist extra langweilig. Warum führt man den 05er nicht über den lokalen Wanderweg Nr. 12 ?
Nächstes Mal wollen wir uns St. Anton an der Jeßnitz anschauen. Hier gibt es ein Museum und ein Freilichtmuseum zu besichtigen. Und wann kommt man sonst in diese Gegend ?


Links: 

Burg Plankenstein
Gemeinde St. Anton an der Jeßnitz

Donnerstag, 3. November 2016

Etappe 11 Nord-Süd-Weitwanderweg 05: Von St. Leonhard am Forst nach Plankenstein

 "Etappe 11 Nord-Süd-Weitwanderweg 05: Von St. Leonhard am Forst nach Plankenstein"


Die Tour im Überblick

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Beschreibung der Tour 

Tourtag: 

01.11.2016

Anreise:

St. Leonhard am Forst ist per Bus von St. Pölten aus auch am Wochenende erreichbar.

Streckenlänge / reine Gehzeit ohne Pausen: 

rund 23 km / rund 6:45 Stunden mit Kindern

Beste Zeit für die Tour: 

Diese Etappe ist ganzjährig begehbar und hat sicherlich zu jeder Jahreszeit ihre Reize. Jetzt im Herbst ist sie besonders schön, aber auch im Frühling, wenn die Mostbäume blühen, ist es sicher sehr reizvoll. Im Sommer kann es zwischen den Feldern ganz schön heiß werden.


Route: 


Quelle: ape@map desktop (c) Onyx Technologie OG 2015





Beschreibung Streckenstück 
Entfernung

Heute haben wir uns die Königsetappe vorgenommen: sie beendet den ersten Wegabschnitt zwischen Böhmerwald und Voralpenland und wird für unsere Kinder ein persönlicher Rekord werden. Noch nie sind sie so weit marschiert !!
0m

Wir starten am Hauptplatz von St. Leonhard am Forst. Vermutlich war St. Leonhard einmal ein blühender Marktflecken, heute wirkt alles ein bisschen heruntergekommen und schäbig. Wikipedia berichtet von einem regen Vereinsleben, wir stolpern auch gleich in eine Allerheiligen-Prozession mit Blasmusik und Feuerwehr, unser Taxifahrer erzählt uns später, es handle sich um die sogenannte "Helden-Ehrung". Unter der Rubrik "Söhne und Töchter der Stadt" wird kurioserweise auch Johann Kastenberger, alias "Pumpgun-Ronnie", aufgeführt, ein in den 80er Jahren bekannter Bankräuber. Irgendwie passt das zur Tristesse des Ortes. An der Kirche vorbei geht es die Straße nach Mank entlang. Sobald die dichtere Bebauung endet, zweigt ein Wiesenweg nach rechts ab (wir haben die Markierung gleich einmal übersehen), führt über eine kleine Brücke, vorbei an einem Marterl in die Ortschaft Danglbach. Wir berühren kurz wieder die Manker Straße, wenden uns aber gleich nach rechts in den Güterweg Apfaltersbach I. Der asphaltierte Weg führt uns sanft steigend an Gehöften vorbei. Ganz selbstverständlich sitzen diese großen Vierkanter in der Landschaft, umgeben von weiten Äckern mit schwarzglänzender, fetter Erde, dazwischen Streuobstwiesen mit großen, alten Bäumen. Die Sonne scheint warm herunter, die Schatten sind lang, das schräge Licht lässt die Herbstfarben leuchten. Ohne Mühe geht es voran. Beim letzten Haus von Apfaltersbach endet der Asphalt. Eine versteckte Tafel an einem Schuppen bedeutet uns, auf die Höhe hinaufzuwandern. Ein Wiesenweg bringt uns dort hinauf, dann ein Karrenweg, der sich über die Hügel schwingt. Vor Altenhofen legen wir eine Jausenpause ein. Die Kinder sind gut drauf, wir sind flott unterwegs. Weiter geht es auf Asphalt. Linkerhand erblicken wir den Kirchturm von Mank, immer näher rücken die ersten Hügel der Voralpen. Der Güterweg bringt uns zur B29, der wir nach Rührsdorf hinein folgen.
7,2km






Hinter St. Leonhard







Die Gegend um Apfaltersbach

Bei Mank


Rührsdorf


In Rührsdorf gibt es ein Problem mit der Wegführung. Den auf unseren Karten eingezeichneten Weg gibt es nicht mehr. Ein netter Rührsdorfer erklärt uns, dass es Grundzusammenlegungen gegeben habe, weshalb man jetzt eine andere Strecke wandern müsse. Markiert ist jedenfalls nix. Also folgen wir einem Schotterweg Richtung Bodendorf, halten uns dann Richtung Fritzberg und treffen dort wieder auf die Markierung. Die Kinder vertreiben sich die Zeit damit, die fetten Erdklumpen möglichst hoch und weit zu schleudern. Entlang des Schweinzbaches geht es jetzt nach Maierhöfen, links steht auf einem Hügel das Kirchlein Pöllaberg. Wir durchwandern Maierhöfen und zweigen kurz nach dem Ort auf einer Kuppe nach links in einen Karrenweg ab. Mittag naht, wir kriegen Hunger, also machen wir eine ausgedehnte Rast auf einer Anhöhe über dem Ort. Der Stamm eines alten Birnbaums bietet Platz zum Sitzen und Klettern, die Sonne wärmt uns. Noch ist von Müdigkeit keine Spur zu sehen, die Kinder hüpfen herum und stecken sich Weintrauben in die Nase. 11,5km


Richtung Fritzberg

Blick zur Kirche am Pöllaberg



Frisch gestärkt machen wir uns auf. Über Außerreith wandern wir einen Güterweg entlang, vorbei an einzelnen Häusern, über Wiesenwege und Wald in sanftem Auf und Ab. Unser nächstes Ziel ist der Rauschhof in Unterhub, den wir in einer guten Stunde erreichen. Der Rauschhof ist eine Jugendherberge, aber ob er in Betrieb ist, konnten wir nicht herausfinden. Ein Mann kam heraus, stieg grußlos in ein Auto und fuhr davon. Wir wissen also leider auch nicht, ob man auf eine Stärkung hier einkehren kann. Schnell einen Kontrollstempel geholt und etwas getrunken, dann geht's auch schon weiter. Die Zeit drängt, wir wollen nicht ganz in die Dunkelheit kommen, bis Plankenstein haben wir aber laut Wanderführer noch zweieinhalb Stunden reine Gehzeit. Langsam kommt Müdigkeit auf, die Füße beginnen zu schmerzen, die Kinder beginnen zu quengeln. Zeit für Ratespiele, Rechenaufgaben, Stadt - Land. Am Rauschhof wählen wir den mittleren Weg hinunter zur viel befahrenen Straße Oberndorf - Kirnberg. Und hier haben wir wieder ein Orientierungsproblem: laut Karte sollten wir uns rechts halten und über Unterschweinz auf den Schweinzberg wandern, die Markierungstafel weist uns aber nach links, die Straße entlang. Erst beim Feuerwehrhaus von Oberdörfl führt eine grün-weiße Markierung an einigen Häusern vorbei den Berg hinauf. Jetzt beginnt der Anstieg, und das, wo die Kinder schon so viele Kilometer in den Beinen haben.... An einer Schafweide vorbei kommen wir in den Wald. Glücklicherweise gibt es hier tolle Lianen, die Kinder schwingen a la Tarzan herum, vergessen kurz das Maulen. Wunderschön ist der herbstliche Buchenwald, gelb und orange leuchtet es, bald eröffnet sich der Blick zurück auf die Hügel von Wald- und Mühlviertel. Am höchsten Punkt legen wir noch einmal eine kleine Pause ein. Langsam wird es merklich kühler, die Sonne beginnt zu sinken. 18,8km




In Außerreith



Selbstkontrolle am Rauschhof








Anstieg auf den Schweinzberg

Und wieder geht es weiter. Bald treffen wir auf den von Unterschweinz kommenden Anstieg. Offenbar gibt es den Weg doch noch ? Ein Güterweg führt uns ins Tal hinunter, am Gegenhang erblicken wir erstmals die Kirche von Plankenstein. Äußerst malerisch liegt sie hinter einem ganz eigenartig geformten Kegel, auf dem wohl die Burg steht. Was, so weit noch ? Und so steil hinauf ? Die Kinder sind fassungslos. Am Schweinzberg haben sie ihren persönlichen Rekord gebrochen, jetzt fehlt die Motivation. Bei Haberleiten wechseln wir auf einen Wiesenweg. Die Abendstimmung ist märchenhaft schön, alles glüht in rot, rosa und orange. Wir queren die Straße Texing - St. Georgen und machen uns an den letzten Anstieg, fast 200 recht steile Höhenmeter warten im Endspurt. Aber die Stimmung entschädigt uns. Sogar die Kinder sind beeindruckt vom Abendlicht. Weit blicken wir hinaus auf die Hügel von Wald- und Mühlviertel. In den Becken liegen weiße Nebel, an den Hängen jenseits der Donau blinken Lichter auf. Und dann ist es tatsächlich geschafft: durch die Burg Plankenstein führt unser Weg in den Ort, wir holen uns einen Stempel in der Burgtaverne. Das Taxi bringt uns zurück nach St. Leonhard. Wir sind sehr stolz auf unsere Kinder !! 23,5km



Der erste Blick auf Plankenstein








Die Kapelle von Hinterberg

Blick über das Donautal

Die Farben sind kaum zu glauben


Burg und Kirche Plankenstein



Interessantes entlang des Weges

Jetzt im Herbst, an einem so prächtigen Tag, besteht die ganze Etappe aus Höhepunkten.

Adressen und Informationen: 

Texingtaler Taxi

Telefon: 0664/400 80 22
E-Mail: texing@schroefelbauer-reisen.at
Internet: http://www.schroefelbauer-reisen.at
Öffnungszeiten:

Sonstiges 

Der freundliche Herr vom Texingtaler Taxi brachte uns um € 35,- zurück nach St. Leonhard.
Einige Male hatten wir Orientierungsprobleme, weil sich die Wegführung offenbar geändert hat. Problematisch sind auch die Kontrollstellen. Viele der in unserem Wanderführer angegebenen Kontrollstellen gibt es nicht mehr. Warum es dem Alpenverein nicht möglich ist, eine aktuelle Liste aller Kontrollstellen im Internet zu führen, ist mir echt rätselhaft.
Kommende Saison stehen also Ötscherland und Hochschwab auf dem Programm, neue Herausforderungen für unsere Kids. Wir freuen uns schon !


Links: 

Gemeinde St. Leonhard am Forst