Sonntag, 24. September 2017

Nordwaldkammweg Etappe 2: Von Schöneben nach Haslach an der Mühl

"Nordwaldkammweg Etappe 2: Von Schöneben nach Haslach an der Mühl"


Die Tour im Überblick

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Beschreibung der Tour 

Tourtag:

16.09.2017

Anreise:

Zwischen Rohrbach, Ulrichsberg und Schöneben verkehrt in den Sommermonaten ein Wander- und Radbus.

Streckenlänge / reine Gehzeit ohne Pausen: 

rund 25 km / rund 5:30 Stunden

Beste Zeit für die Tour: 

Ganzjährig


Route: 








Quelle: ape@map desktop (c) Onyx Technologie OG 2015



Beschreibung Streckenstück 
Entfernung

Wird es regnen ? Die Aussichten sind trüb, aber wir wollen heuer noch ein oder zwei Etappen schaffen, also wagen wir die Reise ins Obere Mühlviertel. Heute wollen wir in Schöneben starten und schauen, wie weit wir kommen. Großes Tagesziel ist Haslach.
0m


Von Ulrichsberg aus führt eine kleine Straße hinauf auf die Hochfläche von Schöneben. Steil geht es hinauf aus dem Tal der Großen Mühl, Schöneben liegt immerhin auf 937 m. Parkplätze gibt es hier genug, Schöneben ist ein Langlaufzentrum, im Hotel INNsHOLZ gibt es einen Stempel. Kalt ist es und feucht, aber noch regnet es nicht. Wir nehmen den Umweg über den Moldaublick. Auf bequemen Wegen geht es durch den herbstlichen Wald. Hier sind Spaziergänger unterwegs, vielleicht Hotelgäste. Später werden wir keine Wanderer mehr treffen. Auf dem Sulzberg steht seit 1967 ein Aussichtsturm, 2 € kostet der Eintritt pro Person. Wie bei uns am Mandlstein standen und stehen hier die Heimatvertriebenen und schauen hinüber nach Tschechien. Wir schauen auch, der Blick über den Moldaustausee ist wunderbar. Aber wir sehen auch graue Wolken, und beim Hinuntersteigen beginnt es schon zu nieseln. So wird es bis zur Mittagspause weitergehen, Nieselregen, manchmal stärker, manchmal nur ganz leicht, tiefhängende Wolken, nasser Wald. Eine lange Forststraße bringt uns zum markierten Nordwaldkammweg, dann wechseln Straße und Steig bis Grünwald. Die Häuser liegen verstreut auf der Hochfläche unterhalb des Bärenstein. Wer mag, kann hier einkehren. Wir wandern aber entlang der Straße nach Aigen weiter, halten uns dann Richtung Oberhaag. Etwas abseits des Weges findet man die Europäische Wasserscheide. Man kann auch die Schwedenschanzen besuchen, es gibt einen Rundwanderweg. Wir halten allerdings einmal Mittagspause in Oberhaag und warten den ärgsten Regen ab. 9,5km


Der Moldaublick




Gleich hinter dem Wald liegt die Grenze zu Tschechien









Wildkatze ?


Rechtzeitig zum Dessert hört der Regen auf. Vorbei an schwarzen Aberdeen Angus, deren köstliches Fleisch wir gerade genossen haben, wandern wir Richtung Grenze. Auf schönen Wegen geht es nach Wurmbrand hinunter, vorbei am Biogartenhof Mühlland mit seinen Waldschafen, wieder hinauf nach Günterreith, zum ehemaligen Zollhaus und über den Galgenberg in die kleine Ortschaft St. Oswald bei Haslach. Der Galgenberg an der Straße nach Böhmen war Richtstätte des Lichtenauer Gerichts. Hier sollen bei Straßenbauarbeiten immer wieder Knochenfunde gemacht worden sein. Ein Marterl erinnert an die gruselige Stätte. St. Oswald selbst ist ein hübscher kleiner Ort voller Nußbäume und mit zwei entzückenden Schafen. Hier überwindet der Schwarzenbergsche Schwemmkanal eine spektakuläre Steilstufe, die uns der Wegverlauf des Nordwaldkammwegs leider vorenthält. Aber der Schwemmkanal steht ohnehin schon auf unserer To-Do-Liste. Das Gehen ist uns bisher leicht gefallen, es ging fast nur bergab, auf angenehmen Wegen durch nette Landschaft, der Regen hat aufgehört. Wir beschließen also, noch bis Haslach weiterzuwandern. 17,0km










Das Marterl am Galgenberg







Die Landschaft hat sich verändert. Die erste Etappe war geprägt von den grandiosen Granitlandschaften des Hochkamm und den Urwäldern an der Grenze. Jetzt sind wir auf 650 m Seehöhe, sanft gewelltes Ackerland breitet sich aus. Wir folgen dem Steilstufenweg hinunter ins Tal der Großen Mühl. Die entspringt übrigens im Dreiländereck unterhalb des Dreisesselbergs auf deutschem Staatsgebiet als "Michelbach", wie sie auch im Dialekt noch genannt wird. Gemeinsam mit Kleiner und Steinerner Mühl ist sie namensgebend für das Mühlviertel. Auf diesem Streckenteil geht es leider ganz viel auf Asphalt dahin, erst einmal auf der Zufahrt zur Furtmühle. Hier wohnt eine Wollschweinfamilie - unbedingt anschauen ! Wir wandern durch die oberhalb der Mühl liegenden Streusiedlungen. Es ist sehr herbstlich, die Hopfenfelder sind abgeerntet, das Indische Springkraut ist reif und lässt seine Samen schon bei der kleinsten Berührung herausspringen. Kurz vor Haslach gilt es noch, einen letzten Anstieg zu meistern, der Weg wurde leider erst kürzlich asphaltiert, dann geht es auf einem schmalen, gatschigen Steig ins Finale. Der Ortskern von Haslach ist überraschend hübsch. Heute fehlt uns die Energie, aber beim nächsten Mal werden wir eine Besichtigungstour durch Haslach machen, bevor wir zu Etappe 3 aufbrechen. Für diesmal sind wir angenehm müde, etwas ausgefroren und stolz. 24,5km







Hund, Bär oder doch ein Schwein ?















Interessantes entlang des Weges

Moldaublick, Schwedenschanzen, Haslach

Adressen und Informationen:

Landhotel Haagerhof, 4160 Aigen-Schlägl, Diendorf 20

Telefon: 07281/63 88-0
E-Mail: info@haagerhof.com
Internet: www.haagerhof.com
Öffnungszeiten: Do - Di 11:30-14:00 und 18:00-21:00


Sonstiges

Die erste Etappe war wesentlich spektakulärer, sowohl landschaftlich als auch gehtechnisch. Die zweite Etappe ist ruhig, angenehm zu gehen, man merkt die Kilometer gar nicht. Gefühlsmäßig hat diese Etappe wenig mit dem Nordwaldkamm zu tun. Ich stelle mir dabei immer einsame dunkle Wälder voller wilder Tiere vor, nicht die zahme Kulturlandschaft dieser Etappe. Ich bin schon neugierig, wie es weitergehen wird.


Links: 

Stempelstelle INNsHOLZ
Aussichtswarte Moldaublick
Galgenberg von St Oswald
Gemeinde Haslach an der Mühl
Nordwaldkammweg

 

Donnerstag, 14. September 2017

Auf dem Ybbstalradweg von Waidhofen an der Ybbs nach Lunz am See

"Auf dem Ybbstalradweg von Waidhofen an der Ybbs nach Lunz am See"


Die Tour im Überblick



Beschreibung der Tour 

Tourtag:

09.09.2017

Anreise:

Waidhofen/Ybbs ist per Bahn erreichbar. In den Sommerferien verkehrt ein Radtramper-Bus zwischen Waidhofen und Lunz. Zwischen Ende August und Ende Oktober gibt es ein Radtaxi. Nähere Infos gibt es auf der Internetseite.

Streckenlänge / reine Fahrzeit ohne Pausen: 

rund 60 km / rund 4:00 Stunden

Beste Zeit für die Tour: 

Zwischen 31. Oktober und 15. April ist der Radweg unabhängig von der Witterung aus Sicherheisgründen gesperrt. Im Hochsommer lockt die Ybbs zum Baden.


Route: 

Quelle: ape@map desktop (c) Onyx Technologie OG 2015







Beschreibung Streckenstück 
Entfernung

Im Juni 2017 wurde die Strecke zwischen Waidhofen an der Ybbs und dem Lunzer See neu eröffnet, 10 Millionen Euro wurden in dreijähriger Bauzeit in das Kernstück des Ybbstalradwegs investiert. Nach der Einstellung der Ybbstalbahn im Jahr 2010 bot sich die Möglichkeit, die alte Trasse zu einem Radweg umzufunktionieren. Die Werbung klingt vielversprechend, also Räder aufgeladen. Wir sind zu fünft unterwegs, mit E-Bikes und konventionellen Trekking-Bikes.
0m



Wir parken am Bahnhof von Waidhofen. Wie sich später herausstellt, sind wir nicht die einzigen Radfahrer, die diese Parkmöglichkeit nutzen. Von hier aus kann man sich leicht in den Ybbstalradweg einklinken. Auf wenig befahrenen Straßen geht es durch die Vorstadt, verwinkelte Gässchen, Blicke auf die Dachlandschaft der alten Eisenstadt. Da, wo Kleine Ybbs und Ybbs ineinander fließen, bei der ehemaligen Haltestelle Schütt, treffen wir auf die alte Bahntrasse, die uns nun mal näher, mal weiter weg von Fluß und Bundesstraße bis zum Lunzer See begleiten wird. Man kann noch erkennen, dass hier vor nicht allzu langer Zeit Züge gefahren sind, teilweise wurden die Verkehrszeichen belassen, es riecht noch nach dem typischen Teergeruch der Schwellen. Wie idyllisch muss es gewesen sein, hier als Lokführer zu arbeiten !! Das Plätschern des Flusses begleitet uns, glasklar, grün und kalt ist das Wasser, man kann die Fische am Bachgrund herumschwimmen sehen. Da und dort steht ein Fliegenfischer. Die Verantwortlichen haben keine Kosten und Mühen gescheut. Die Trasse ist durchgehend asphaltiert, mit Geländern gesichert, Rastplätze mit eigens entworfenen Möbeln wurden angelegt, die Gasthäuser entlang des Weges haben sich auf die Radfahrer spezialisiert - und es lohnt sich offenbar. Mit uns sind viele weitere Radler unterwegs, großteils per E-Bike. In Opponitz gönnen wir uns eine vormittägliche Kaffeepause.
15,0km


Das könnte auch irgendwo in Italien sein, oder ?




Das Kraftwerk Opponitz gehört der Stadt Wien




Opponitz hat sogar ein Tunnel zu bieten, wenn auch nur ein kurzes. Entspannt radeln wir dahin. Das Flußtal steigt so sanft an, dass man es gar nicht merkt. Und es ist überraschend breit und sonnig. Rosa Springkraut und zart-lila Herbstzeitlosen säumen den Weg, weiße Schotterbänke laden an heißen Tagen zum Baden ein. Ruckzuck sind wir in Hollenstein. Bald die Hälfte des Weges haben wir jetzt geschafft. In Hollenstein dreht sich die Ybbs nach Nordosten, bahnt sich ihren Weg zwischen Oisberg und Königsberg hindurch. Hier ist das Land meiner Kindheit, hier am Königsberg habe ich Schifahren gelernt, war x-mal auf Voralpe und Gamsstein. Erinnerungen werden wach ... 27,5km









Hollenstein hat eine sehenswerte Pfarrkirche




Hollenstein - St.Georgen am Reith - Kogelsbach - Göstling: wir hanteln uns am grünen Band der Ybbs entlang von Ort zu Ort. Es ist angenehm, nicht auf den Autoverkehr achten zu müssen, allerdings sind inzwischen schon jede Menge Radler in die Gegenrichtung unterwegs. Unterwegs passieren wir eine sogenannte Dükerbrücke, den "Ybbstaler Henkel". Mit Hilfe dieser Brücke queren die Rohrleitungen für das Kraftwerk Opponitz den Fluß. Die Wasserkraft der Ybbs wurde zwischen Göstling und Opponitz über Rohrleitungen und Stollen zum Kraftwerk geleitet und der daraus erzeugte Strom ab 1924 über Österreichs erste 110-KV-Leitung nach Wien transportiert. In Göstling machen wir Mittagsrast. Die ausgesprochen nette Wirtin versorgt uns mit Braten und Salat, obwohl die Küche gar nicht mehr geöffnet hat. 46,0km






An dieser Stelle verunglückten 6 junge Menschen

Die Dükerbrücke

Das Göstlinger Freibad


Ab Göstling verkehrt der Ötscherland-Express auf den Schienen der Ybbstalbahn. Der Radweg muss nun also ausweichen und folgt der B 25. Das bedeutet viel Verkehrslärm und viel Gestank. Vor allem die Motorradkolonnen, die an schönen Tagen hier unterwegs sind, stören extrem. Wir sind froh, dass sich ab Lehen die Ybbs wieder zwischen uns und die Bundesstraße schiebt. Die Töpper-Brücke, errichtet durch den Industriellen Andreas Töpper, verbindet diese Tour mit unserem Nord-Süd-Weitwanderweg: in St. Anton an der Jeßnitz haben wir die Töppersche Bruderlade besucht. Ich finde es immer wieder spannend, wie sich Wanderungen und Ausflüge untereinander vernetzen und mein Bild einer Gegend erweitern. Das Flußbett der Ybbs weist hier übrigens ganz eigenartige karstige Steinrinnen auf. So etwas habe ich vorher noch nie gesehen. Und schon radeln wir durch Lunz, ein letzter kleiner Anstieg, dann breitet sich der See vor uns aus. Wer noch Energie hat, kann hier Bootfahren. Wir gönnen uns ein Eis, füttern die Enten und sind sehr stolz auf uns. Gottseidank gibt es das Radtaxi ! 58,0km






Töpperbrücke







Interessantes entlang des Weges

Entlang der Strecke gibt es Kultur und Natur zu besichtigen, aber eigentlich geht es um das entspannte und ganz und gar entschleunigte Radeln in einer wunderschönen Landschaft.

Adressen und Informationen: 

Bruckwirt, 3342 Opponitz, Thann 12

Telefon: 07444/72 20
E-Mail: bruckwirt@gmx.at
Internet: www.bruckwirt-opponitz.at
Öffnungszeiten: Mi - So 08:00 - 24:00

Zirbenstube, 3345 Göstling/Ybbs, Pfarrer-Schauer-Platz 169

Telefon: 07484/23 30
E-Mail: info@zirbenstube-goestling.at
Internet: www.zirbenstube-goestling.at
Öffnungszeiten: Küche von 11:30 - 13:45 und 18:00 - 21:45, Mo & Di Ruhetag


Sonstiges

Dieser Abschnitt des Ybbstalradwegs ist für alle Radfahrer mit ein bisschen Kondition, auch für größere Kinder geeignet. Er führt autofrei ohne Steigung auf durchgehend asphaltierter Trasse durch das dicht besiedelte Ybbstal. Auch mit einem ganz konventionellen Trekking-Bike geht es ohne Anstrengung voran.  Eine Einkehr ist praktisch jederzeit möglich, durch Radbus und Radtaxi kann man die Strecke auch individuell kürzen. Das Radtaxi ist uns zunächst etwas konfus vorgekommen, im Endeffekt sind wir aber problemlos zum Auto gekommen. Auf Wunsch fährt das Taxi etwa auch nach Linz.

Links: 

Der Ybbstalradweg
Die Töpper-Brücke
Ybbstal Radtaxi
Stadt Waidhofen an der Ybbs