Donnerstag, 9. Januar 2020

Nordwaldkammweg Etappe 4: Von Bad Leonfelden nach Freistadt

"Nordwaldkammweg Etappe 4: Von Bad Leonfelden nach Freistadt"


Die Tour im Überblick

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Beschreibung der Tour 

Tourtag:

15.09.2018

Anreise:

Bad Leonfelden ist von Linz aus öffentlich erreichbar.

Streckenlänge / reine Gehzeit ohne Pausen: 

rund 25 km / rund 6:00 Stunden

Beste Zeit für die Tour: 

Ganzjährig


Route: 


Quelle: ape@map desktop (c) Onyx Technologie OG 2015





Beschreibung Streckenstück 
Entfernung

Endlich hat es gepasst und wir können eine weitere Etappe des Nordwaldkammwegs absolvieren. Immer wieder ist uns über den Sommer was dazwischengekommen. Aber heute passt's! Im Mai sind wir bis zum Sternstein gekommen, daher beginnen wir unseren Marsch auch heute bei der Waldschenke am Sternstein. Hier kann man gut parken.
0m




Es ist neblig und grau, richtig herbstlich schon. An den Abhängen des Sternsteins wandern wir hinunter Richtung Bad Leonfelden. Ich habe die Entfernung unterschätzt: bis in den Ort hinein sind es etwa 4 Kilometer. Die Gegend rund um den Sternstein ist übrigens eine der kältesten Regionen Oberösterreichs mit einer Jahresmitteltemperatur von nur 6° Celsius, so zumindest Wikipedia. Außerdem verläuft über seinen Gipfel die europäische Wasserscheide, an der wir uns ja entlangbewegen. In Bad Leonfelden machen wir erst einmal eine Kaffeepause. Dann wandern wir durch Siedlungsstraßen hinaus und durch das Bannholz Richtung Schenkenfelden. Während unserer Kaffeepause hat sich der Nebel gehoben, die Sonne scheint. Wir blicken zurück Richtung Sternstein. Unser Weg wendet sich jetzt von den Grenzbergen weg und führt ein Stück ins Land hinein. Erst in Sandl werden wir wieder auf die Grenze stoßen. Nach dem Bannholz sollten wir der Landstraße nach Schenkenfelden folgen. Wir nehmen aber lieber einen Wiesenweg und sparen dadurch einiges an Asphalt und den Durchmarsch durch Schenkenfelden. Dabei würde sich der Ort zur Einkehr eignen, denn der Name leitet sich davon ab, dass hier zwischen Freistadt und Bad Leonfelden auf einer Lichtung eine "Schenke im Feld" stand, in der die Fuhrleute auf ihrem Weg Halt machten.


11,0km



Hier ist jemand ein großer Bierliebhaber

Die alte Schule von Bad Leonfelden, heute ein Museum
Richtung Bannholz












Auf dem Thierberg bei Schenkenfelden steht eine barocke Kirchenanlage, die ihresgleichen sucht. Wir sind ganz überrascht. Erbaut wurde die Anlage von Freiherr von Harruckern, einem Aufsteiger aus Schenkenfelden, der sein Glück in Ungarn gemacht hatte. Kürzt man nicht ab, so wir wir, sondern wandert durch den Ort, dann folgt man dem Kreuzweg hinauf zur Kalvarienbergkirche. Diese Kirche war einmal immerhin so bedeutend, dass der Papst einen Ablass versprach, wenn man sie an einem Freitag im März besuchte. Dieser Thierberg und seine höchste Erhebung, der Hirtstein, waren aber wohl schon vor den Katholiken Kultorte. Unterhalb des Hirtsteingipfels liegt auch die sogenannte Einsiedlerhöhle. Heute hier zu wandern birgt ein gewisses Risiko: ständig rasen Mountainbikes an uns vorbei, die den Hirtstein überwunden haben und jetzt ins Tal hinunter schießen. Die Hirtstein-Trophy dürfte beliebt sein. Hinter dem Thierberg öffnet sich das Land und wird weicher und hügelig. Über Wiesenwege geht es in sanftem Auf und Ab Richtung Osten. Angenehm ist es, hier zu gehen. An den Wegrainen biegen sich die Bäume unter der Last der Äpfel. Vorbei an schönen Höfen gelangen wir schließlich nach Waldburg. 18,5km



Kurz bin ich erschrocken, als ich ihn so in seiner Kammer liegen sah...



Der Hirtstein


















Kunstinteressierte Menschen kennen Waldburg wegen seiner gotischen Flügelaltäre in der Pfarrkirche. Wir machen kurz Halt und betrachten die geschnitzten Figuren. Im Wappen von Waldburg sieht man übrigens ein Viadukt der Pferdeeisenbahn Linz - Budweis. Dieses Viadukt gibt es heute noch, wie wir noch sehen werden.Waldburg hat aber auch einen Flugplatz zu bieten. Wir lenken unsere Schritte jetzt hinunter zum Kronbach. Langsam werden wir müde, noch liegen gute 6 Kilometer vor uns. Bald schon stehen wir vor dem Kronbach-Viadukt, das im Waldburger Wappen gezeigt wird. Von 1832 bis 1872 fuhr hier die von Pferden gezogene Bahn, die Trasse ist heute noch teilweise sichtbar und kann auf einem eigenen Wanderweg ergangen werden. Der Nordwaldkammweg trifft jetzt auf die B38. Dieses gottseidank nur kurze Wegstück ist sehr unangenehm zu gehen. Es gibt keinen Gehweg, nicht einmal einen Wiesenstreifen, den man nützen könnte, und die B38 ist eine extrem stark befahrene Bundesstraße. Wir weichen auf die Wiese oberhalb der Straße aus, schwenken aber bald zur Zufahrt Lengauer ein. Ein letzter Anstieg hinauf nach Sankt Peter liegt noch vor uns. Im goldenen Abendlicht geht es hinauf, eigentlich romantisch, aber uns freut es jetzt gar nicht mehr. Ganz zum Schluss noch einmal bergauf!! Pfui! Aber Sankt Peter mit seiner Kirche ist die Anstrengung wert und bildet einen würdigen Abschluss in der Reihe der Kirchlein, die wir heute schon besichtigt haben. Unter uns liegt Freistadt, jetzt heißt es nur noch, am Denkmal für den Nordwaldkammweg vorbei den Kreuzweg hinunterzugehen. Geschafft! 25,0km






3 Musiker am Waldburger Altar


Viadukt Kronbach





Sankt Peter









Interessantes entlang des Weges

Die Kirchen am Weg, die Einsiedlerhöhle am Hirtstein oder das Viadukt der Pferdeeisenbahn










Sonstiges

So viel Asphalt wie befürchtet war es diesmal eigentlich gar nicht. Angenehm verlief der Weg durch die Hügel zwischen Bad Leonfelden und Freistadt. Bei der nächsten Etappe müssen wir uns entscheiden, ob wir über Sankt Oswald oder unterhalb davon zum Braunberg wandern wollen.


Links: 

Gemeinde Bad Leonfelden
Gemeinde Schenkenfelden
Hirtstein Trophy
Gemeinde Waldburg
Pferdeeisenbahn
Kirche Sankt Peter
Gemeinde Freistadt
Nordwaldkammweg

 

Mittwoch, 8. Januar 2020

Der Mittelalterliche Erlebnispfad: Rund um Freistadt Teil 2

"Der Mittelalterliche Erlebnispfad: Rund um Freistadt Teil 2"


Die Tour im Überblick

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Beschreibung der Tour 

Tourtag:

03.11.2019

Anreise:

Freistadt ist von Linz aus öffentlich gut erreichbar.

Streckenlänge / reine Gehzeit ohne Pausen: 

rund 19 km / rund 5:30 Stunden

Beste Zeit für die Tour: 

Ganzjährig; die Labstationen sind spärlich gesät, am besten Proviant mitnehmen


Route: 








Beschreibung Streckenstück 
Entfernung

Der erste Teil unserer Runde um Freistadt war richtig schön. Heute wollen wir Teil 2 in Angriff nehmen und den Freistädter Süden erkunden. Los geht es beim schon bekannten Kreuzweg hinauf nach Sankt Peter - den kennen wir jetzt bereits zur Genüge. Obwohl - schön ist es ja schon, hier hinauf zu wandern.
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Die kleine Ortschaft Sankt Peter mit der ehemaligen Freistädter Friedhofskirche haben wir schon besucht. Wir folgen der Asphaltstraße Richtung Süden. Auch heute sind hier jede Menge Ausflügler unterwegs, wir sind froh, als wir die Straße verlassen und in den Wald einbiegen können. Eine alte Allee bringt uns hinunter zum Fuchsenhof, unter uns breitet sich Freistadt aus, dahinter die Hügel Richtung Waldviertel. Der Fuchsenhof war laut Dehio eigentlich ein Adelssitz aus dem 14. Jahrhundert, erst Mitte des 18. Jahrhunderts kam er in bäuerlichen Besitz. Auf einem Acker beim Fuchsenhof wurde vor gut 20 Jahren ein großer Silberschatz entdeckt, insgesamt 6 Kilogramm Münzen, die irgendjemand um 1270 dort vergraben haben dürfte. Wir queren hier die B38 und folgen der Straße Richtung Hirschbach durch Industriegebiet zum Freistädter Bahnhof. Entlang der Jaunitz hat ein Biber gewerkt. Heiße 11 Kilometer könnte ein Biber sich am Fluss austoben, länger ist die Jaunitz nicht. 5,5km










Der Fuchsenhof



Unser Weg führt nun - leider wieder auf Asphalt - hinauf nach Trölsberg. Trölsberg gibt es auch schon recht lange, seit etwa 1300 liegen die Bauernhöfe hier heroben und schauen auf Freistadt hinunter. Schöne, große, alte Höfe sind es, teilweise in Steinbloßbauweise. Unser Weg bringt uns weiter zur Summerauerbahn. Ein alter Sandweg begleitet die Schienen. Sofort steigen Kindheitserinnerungen in mir hoch. Ich erinnere mich an ähnliche brombeergesäumte Wege mit windschiefen Eisengeländern. Aber schon sind wir wieder auf Asphalt. Es geht durch die Galgenau, vorbei am Wasserwerk, unter der Schnellstraße durch ins Tal der Feldaist, das wir aber gleich wieder verlassen. Wir wandern über Wiesen hinauf in den Weiler Walchshof. Auch hier wieder schöne alte Höfe hoch über Freistadt. Der kleine Bildstock am Ortsende hat etwas Besonderes zu bieten: er ist ein sprechendes Marterl und erzählt auf Knopfdruck die Geschichte des Hauses und des Bildstocks. 12,0km

Damals war die Eisenbahn noch neu und ungewohnt





Und noch ein Unglücksort...
Sandweg entlang der Bahn





Walchshof




Mittlerweile dämmert uns, dass es dämmert und wir noch einige Kilometer vor uns haben. Lange wandern wir am Hang entlang, immer wieder kommen wir an einsam gelegenen, liebevoll renovierten Häusern vorbei. Unter uns rauscht allerdings der Verkehr auf der Schnellstraße dahin, Lärm und Licht dringen bis zu uns herauf. War ich hier nicht schon einmal ? Der Weg kommt mir bekannt vor. Ah, wir sind ja am Nordwaldkammweg ! So schließen sich immer wieder Kreise. Über die Alm geht es zum Fitnessweg in der Zelletau. Hier könnte man nach Herzenslust turnen, aber es wird schon recht finster, also biegen wir beim Reitclub ab und folgen einem Steig durch den abendlichen Wald hinunter zur von Sankt Oswald kommenden Straße. Ein steiles Sträßchen, vielleicht der alte Weg in den Ort, bringt uns in die Böhmer Vorstadt, wo seit alters her Handwerksbetriebe ihren Sitz hatten, Schmiede, Gerber oder Hafner. An den beleuchteten Türmen der Stadt wandern wir zurück zum Ausgangspunkt. Dass es so lange dauern würde, damit haben wir nicht gerechnet! 19,0km



Am Nordwaldkammweg









Interessantes entlang des Weges

8 Stationen des Mittelalterlichen Erlebnispfades mit Informationstafeln









Sonstiges

Eine schöne, lange Wanderung, bei der man das Umland von Freistadt erkunden kann. Teil 1 hat mir besser gefallen, Teil 2 führt sehr viel auf Asphalt und durch Industriegebiet.
Leider sind die Informationen zum Weg im Internet recht dürftig, man muss recht umständlich googlen, um an sinnvolle Infos zu kommen.


Links: 

Gemeinde Freistadt
Mittelalterlicher Erlebnispfad
Der Schatz vom Fuchsenhof