Montag, 4. April 2016

Weitra - St. Wolfgang - Spital: fast der Rundweg 33

"Weitra - St. Wolfgang - Spital: fast der Rundweg 33"


Die Tour im Überblick

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Beschreibung der Tour 

Tourtag:

03.04.2016

Anreise:

Busverbindungen von Linz und eingeschränkt von Wien, siehe Fahrplanauskunft

Streckenlänge / reine Gehzeit ohne Pausen: 

rund 17 km / rund 4:00 Stunden; wer die Kirchen und den Japanischen Garten besichtigen will, braucht einiges an Zeit

Beste Zeit für die Tour: 

ganzjährig

Route: 



Quelle: ape@map desktop (c) Onyx Technologie OG 2015




Beschreibung Streckenstück
Entfernung
Heute bin ich unentschlossen. Es ist recht warm, eigentlich ein guter Tag zum Wandern, aber wohin? Stundenlange Autofahrten ? Wie lange mag ich gehen ? Letztlich raffe ich mich doch noch auf. Heute soll es von Weitra weggehen. Der Rundwanderweg 33 führt über St. Wolfgang und Spital, ins alte Kuenringergebiet, klingt ja ganz interessant. 0m



Start dieses Rundwegs ist der Sparkassenplatz in Weitra, wo man auch parken kann. Neben dem Kreisverkehr befand sich bis in die 60er Jahre der sogenannte "Sauteich", in dem die aus Ungarn heraufgetriebenen Schweine gewaschen und getränkt wurden. Der Bildhauer Carl Hermann, übrigens Begründer des Nord-Süd-Weitwanderweges 05, hat hier eine Figurengruppe zur Erinnerung an den Sautrieb geschaffen. Auf der anderen Straßenseite geht es durch Stadelgasse und Veitsgraben unter der Eisenbahn durch aus dem Ort hinaus. Linkerhand steht etwas abseits das Brandstattmarterl. Schön ist der Blick zurück auf Schloß Weitra, schön auch der Sandweg, die Weidenkätzchen sind ganz gelb, überall summt es. Bei einem Marterl geht es nach rechts. Die Landschaft ist hier weit und sonnig, fast parkartig. Durch den lichten Stockinger Wald geht es immer sanft bergan. Am Ende des Waldes öffnet sich dann plötzlich der Blick auf die imposante Kirche von St. Wolfgang. So müssen sie auch die Wallfahrer früherer Jahrhunderte gesehen haben. Ein Granitstein mit einer Madonna in einer Nische steht hier und ein Kreuz. 3,7km

Blick zurück auf Schloß Weitra

Beim Brandstattmarterl



Der erste Blick auf St. Wolfgang


Als ich an einem Forsthaus vorbeikomme, über dessen Giebel die japanische Flagge weht, fällt mir ein, dass es hier ja einen japanischen Garten geben soll. Unterhalb des Hauses steht auch tatsächlich ein Wegweiser, allerdings in japanischen Schriftzeichen. Nach längerer Suche finde ich den Garten tatsächlich. Ein Schild untersagt den Zutritt, im Tor liegt allerdings ein Gästebuch auf, daneben eine Spendenbox, also nehme ich an, dass der Zutritt gestattet wird. Sofort fühlt man sich in einen japanischen Tempelgarten versetzt: moosbewachsene Granitsteine, Steinlaternen, kunstvoll gestaltete Pflanzen, ein kleines Teehaus. Ein großartiger Platz. Gerüchteweise habe ich gehört, dass ein Manager eines großen Konzerns diesen Garten gestaltet haben soll und im Gegenzug für eine Baugenehmigung versprochen habe, den Garten öffentlich zugänglich zu machen. Jedenfalls gibt es den Garten seit 1994. Wieder zurück und hinunter zur Kirche von St. Wolfgang, die ebenfalls einen Besuch wert ist. 5,1km

Vermutlich steht hier "Zum Garten"


Der Japanische Garten von St. Wolfgang


Im Verhältnis zur Größe des Ortes wirkt die Kirche geradezu überdimensional auf ihrem Hügel. Angeblich sei sie die größte Dorfkirche der Diözese. Die Herren auf Engelstein stifteten eine dem Heiligen Wolfgang geweihte Kirche rund um das Jahr 1400 in ihrem Dorf Pfaffenschlag. Es entstand bald eine florierende Wallfahrt, der heutige Pfarrhof wurde damals als Pilgerherberge erbaut. Schließlich erhielt auch das Dorf den Namen St. Wolfgang. In der Reformationszeit war es dann vorbei mit der Wallfahrerei. Erst seit 1975 gibt es wieder regelmäßige Wallfahrten hierher, mit Hilfe der EU wird auch versucht, eine alte Wallfahrertradition im südböhmisch-waldviertlerischen Grenzraum wiederzubeleben, die Pfingstwallfahrt von Heidenreichstein nach Maria Bründl. Dazu wurden auch ein Führer und eine Wanderkarte aufgelegt, die in allen teilnehmenden Gemeinden zu haben sind.
Nach dem Kirchenbesuch geht es durch den Ort Richtung Weitra und vor der kleinen Brücke nach links in den Güterweg St. Wolfgang. Und hier habe ich leider eine Markierung übersehen und bin vom rechten Weg abgekommen. Umdrehen mag ich auch nicht mehr, also bleibt nur der Asphaltmarsch auf der Straße nach Sulz. An einem Teich wurde hier ebenfalls ein (japanischer ?) Garten errichtet. Konkurrenz oder der selbe Protagonist ? Kurz vor Sulz, bei einem Marterl, halte ich mich nach links in den Wald und treffe bald wieder den markierten Weg.
8,5km



In der Kirche von St. Wolfgang

Auf dem Weg nach Sulz

Irgendwo da drüben geht wohl der richtige Weg



Gemeinsam mit dem Weitwanderweg 06 wandere ich erst auf Asphalt, dann auf einem Sandweg Richtung Walterschlag. Rechts kommt das Johanneskircherl ins Blickfeld, vor mir am Hang liegt Oberwindhag. Ein Bauer auf seinem Moped beäugt mich misstrauisch. Offenbar wird hier selten gewandert. Hinunter in den Ort und gegenüber bei der Firma Zimmermann weiter Richtung Oberwindhag. Vielleicht verläuft der Weg 33 zwischen Sulz und Walterschlag jetzt etwas anders, auf der ganzen Strecke finde ich nur Beschilderungen für Mountainbikerouten und rot-weiß-rote Markierungen. Meiner Karte kann ich den Verlauf jedenfalls nicht entnehmen. Die Firma Zimmermann erzeugt hier in Walterschlag Nudeln aller Art, es gibt einen Shop und gegen Voranmeldung auch Führungen. Sonntag ist allerdings geschlossen. 9,8km

Blick zurück nach St. Wolfgang

Blick auf Oberwindhag


Von Walterschlag geht es auf einem Güterweg nach Oberwindhag. Am Wegrand liegt ein eingestürzter Bildstock, links blickt man durchs Tal zurück nach St. Wolfgang. Ein kunstsinniger Landwirt hat Feldsteine zu Steinmanderln arrangiert. Hier in Oberwindhag war ich zuletzt im Winter, auf der "Winterwanderung im Wald von Großschönau". Durch den Ort geht es hinauf, hier gibt es noch einige recht schöne Häuser, und dann gemeinsam mit einer Mountainbikestrecke auf angenehmen Wegen Richtung Spital. Immer mehr Bildstöcke tauchen auf, bald ist der Ort erreicht. Bevor ich aber Richtung Weitra weiterwandere, möchte ich die Kirche besuchen. Spital ist einer der ältesten Orte im Waldviertel und dürfte ursprünglich Schön Blumau geheißen haben. Hadmar II. von Kuenring schenkte ihn den Prager Johannitern, die hier am Böhmsteig ein Pilgerhospital errichteten, woher sich der Name Spital ableitet. Die Kirche stammt noch aus romanischer Zeit, im Turmjoch wurden wunderbare Fresken freigelegt, die zum Teil aus dem 14. Jahrhundert stammen. Bis 1995 war die Kirche im Besitz des Malteserordens, heute ist sie eine Weltpriesterpfarre.
13,5km

Richtung Spital



Die Johanniterkirche in Spital

Uralte Fresken im Gewölbe


Im Ort ein kleines Stück zurück und dann rechts. Auf einem langen, asphaltierten Güterweg gelangt man zurück Richtung Weitra, die Runde schließt sich und führt zurück zum Ausgangspunkt. 17,0km


Interessantes entlang des Weges: 

Rund um Weitra ist man im Gebiet der alten Kuenringer unterwegs. Hier verlief eine alte Straßenverbindung nach Böhmen, die Gegend ist reich an Geschichte. Ganz besonders zauberhaft ist der Japanische Garten in St. Wolfgang. Und wer nicht gerade am Sonntag unterwegs ist, der kann im Vorbeigehen auch Nudeln shoppen. Für Kulturinteressierte ist es jedenfalls ein interessanter Weg.

Adressen und Informationen: 

 

Telefon:
E-Mail:
Internet:
Öffnungszeiten:


Sonstiges

Leider verläuft ein Großteil der doch recht langen Runde auf Asphalt, dadurch fühlt sich die Runde anstrengender an, als sie eigentlich ist. Deshalb empfehlen wir die Tour auch nicht für Kinder, sie wird schnell recht langweilig. Da der Weg aber meist gemeinsam mit einer Mountainbike-Route verläuft, könnte man eine schöne Radrunde daraus machen. Manchmal erscheint es mir, als würden die Tourismusverantwortlichen mühsame Verhandlungen mit Grundstückseigentümern scheuen und viele Wegverläufe auf öffentlichen, meist asphaltierten Güterwegen planen, weil es einfacher ist und weniger Aufwand bedeutet.
In St. Wolfgang kann man übrigens beim Hausnerwirt einkehren. Natürlich bietet auch Weitra einiges an Gastronomie und eine wunderschöne Altstadt noch dazu. Irgendwann demnächst werde ich sicher eine Stadtrunde in Weitra drehen.

Links: 

Gemeinde Weitra
Wallfahrtsorte und Wallfahrerwege im Waldviertel und Südböhmen
Teigwaren Zimmermann

 

Donnerstag, 31. März 2016

Der Silberberger-Weg: Wandern auf alten Wallfahrerwegen

"Der Silberberger-Weg: Wandern auf alten Wallfahrerwegen"


Die Tour im Überblick

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Beschreibung der Tour 

Tourtag:

28.03.2016

Anreise:

Bus Linz - Unterweißenbach MO - SO

Streckenlänge / reine Gehzeit ohne Pausen: 

rund 17 km / rund 4:30 Stunden mit Kindern; die Runde wird um einiges kürzer, wenn man erst in Kaltenberg startet

Beste Zeit für die Tour: 

ganzjährig möglich

Route: 

Quelle: ape@map desktop (c) Onyx Technologie OG 2015






Beschreibung Streckenstück
Entfernung
Der Silberberger-Weg nimmt seinen Ausgang eigentlich in Kaltenberg, zwischen Liebenau und Unterweißenbach. Da wir uns aber wieder auf einer AlmTour befinden, starten wir zwecks Stempelergatterung in Unterweißenbach. Parkmöglichkeiten gibt es entlang der Umfahrungsstraße. 0m



Auf einem schmalen Steg überqueren wir erst einmal die Kleine Naarn und wandern entlang des "Kreuzwegs" Nr. 50 Richtung Kaltenberg. Der Ort Kaltenberg liegt hoch über dem Tal der Kleinen Naarn. Seine Existenz verdankt er einer wundersamen Marienerscheinung mit einer daraufhin boomenden Wallfahrt im 17. und 18. Jahrhundert. Für diese Wallfahrer wurde entlang des Fußwegs von Unterweißenbach hinauf zur Kirche ein Kreuzweg angelegt. Und entlang dieses Kreuzwegs geht es jetzt gleich gute 200 Höhenmeter nach oben. Die 8. Station der "Weinenden Frauen" ist eine Station des Johannesweges und der AlmTour. In der Kapelle ist ein Becken aus Stein eingemauert, in das früher heilkräftiges, radonhältiges Wasser aus einer Quelle floss, weshalb die Kapelle auch "Schüsselkapelle" genannt wird. 1,0km

Am Kreuzweg


Die Schüsselkapelle




Der Kreuzweg führt uns zu einer asphaltierten Straße und in den Ort Kaltenberg. Die Kirche wurde in josephinischer Zeit anstelle einer bestehenden Kapelle errichtet. Es lohnt sich, einen Sprung in die Kirche zu machen. Das Kind zapft gegen eine Spende ein Fläschen Weihwasser ab. 1,8km


Der Hauptaltar der Kaltenberger Kirche mit einer gotischen Madonna


Von der Kirche weg führt uns nun der "Silberberger-Weg" Nr. 40 die Straße durch den Ort hinunter. Bei einem Wohnblock nach rechts hinunter in den Wald und auf der anderen Hangseite zu einer Häusergruppe. Hier gibt es im Sommer eine Jausenstation. Weiter hinunter zur Straße Richtung Unterweißenbach, die wir überqueren, und im Tal des Höllenbachs zur Grabenmühle. Jetzt geht es leider ein gutes Stück entlang der Straße Richtung Liebenstein, bis dann ein Wiesenweg nach links abzweigt und uns zurück zum Höllenbach bringt, wo eine Kneippstation müde Wanderer wieder in Schwung bringt. Den Höllenbach quert man, wie auch viele andere Bäche hier, auf einem riesigen Granitstein, der als Brücke über den Bach gelegt wurde. 5,1km


Am Höllenbach

Durch Wald und Wiesen geht es jetzt stetig bergauf. Wir befinden uns seit Beginn unserer Wanderung auf dem Johannesweg. Immer wieder begegnen wir Pilgern. Möglicherweise wurde deshalb auch der Verlauf des "Silberberger-Weges" geändert. Die digitale Kompass-Wanderkarte zeigt eine ganz andere, weniger schöne Wegführung. Bald sind wir in Silberberg, namensgebend für unseren Wanderweg, und erblicken vor uns das sogenannte "Kammerer-Kreuz", unser nächstes Ziel, Wendepunkt der Tour und Station von Johannesweg und AlmTour. Die kleine Kapelle auf dem Kammererberg wurde anstelle eines Bildbaums erbaut und ist ebenfalls Ziel von Wallfahrern. Mit 980 m befinden wir uns hier am höchsten Punkt unserer Runde. An schönen Tagen bietet sich eine großartige Sicht auf die Voralpen. 8,4km



Das Kammerer-Kreuz

Votivbild in der Kapelle

Blick vom Kammererberg



Gemeinsam mit dem aus Weitersfelden kommenden "Wallfahrer-Weg" Nr. 59 und dem Johannesweg wandern wir über schöne Wiesen hinunter zu einem Güterweg. Im Schatten liegt der letzte Schnee, aber überall wagen sich schon die ersten Blumen heraus: Seidelbast, Leberblümchen, Huflattich. Hier verlassen uns Johannesweg und "Wallfahrer-Weg". Wir folgen dem Güterweg ein Stück nach links, dann geht es wieder über Wiesen hinunter in einen Talgrund und von dort auf einem Asphaltweg hinauf in die kleine Ortschaft Ebenort. Im Ort steht rechter Hand eine Kapelle mit einer Kopie einer gotischen Madonna, der "Ebenorter Madonna". 11,5km





Am Weg nach Ebenort

Die Ebenorter Madonna


Wir folgen der Straße bis zum Gehöft "Stadler". Dort beginnt wieder ein schöner Weg, der uns durch einen Wald hinunter zur Straße nach Weitersfelden führt. Durch zwei Kurven müssen wir der leider viel befahrenen Straße folgen, dann geht es über eine steile Wiese hinunter, über einen kleinen Steg und wieder steil hinauf. Hier treffen wir den "Obergrabenweg" Nr. 43, der uns zum Haus Unter-Eibensteiner führt. Neben dem Haus steht das "Steinerne Kornmandl". Früher einmal stand es mitten in der Wiese, wurde dann im Zuge von Bauarbeiten versetzt. Es erinnert an einen Bauern, der die Sonntagsruhe missachtete, um das Korn noch vor dem Regen heimzubringen. Das letzte Kornmandl allerdings wurde zu Stein und er musste es auf dem Feld liegenlassen. Beim Haus steht auch eine Kapelle mit einer großen alten Linde. Am Sportplatz vorbei kommen wir zur Hauptstraße, die uns in den Ort führt. Rechterhand liegt das "Augenbründl", wiederum Station des Johannesweges und der AlmTour. Auch hier handelt es sich um radonhältiges Heilwasser, das gegen Augenleiden helfen soll. In diesem Bründl und in der gleich daneben liegenden Ursprungkapelle liegt, wie der Name schon sagt, der Ursprung der Wallfahrt nach Kaltenberg. An der Stelle dieser Kapelle wurde ein Marienbild auf einer Linde verehrt, hier soll auch einem Hirtenbuben Maria erschienen sein. Wahrscheinlich handelt es sich hier aber um eine uralte Kultstätte, an der eine Quelle und ein Baum verehrt wurden und die später christianisiert wurde. Der Name "Kal(tenberg)" oder "Cal" soll auf diesen Kultplatz hindeuten. 14,4km



Das Steinerne Kornmandl

Beim Unter-Eibensteiner

Das Augenbründl

Wo alles begann - die Ursprungkapelle


Jetzt bleibt uns nur mehr der Weg zurück nach Unterweißenbach. Wir laufen den Kreuzweg hinunter, so weit unsere müden Beine das noch schaffen, und sind am Ziel.






Interessantes entlang des Weges: 

Kaltenberg war ein bedeutendes Wallfahrtszentrum im Mühlviertel. Daher führen viele alte Pilgersteige hierher, auch der Johannesweg. Die Tour bietet keine spektakulären Höhepunkte, ist aber landschaftlich reizvoll.
Unterwegs gibt es Einkehrmöglichkeiten in Kaltenberg, in der warmen Jahreszeit sind diverse Mostheurige und Schnapsbrennereien geöffnet.

Adressen und Informationen: 

 

Telefon:
E-Mail:
Internet:
Öffnungszeiten:


Sonstiges

Entlang der Route gibt es die Möglichkeit, Stempel für die "Almnadel" zu erwerben, entweder über einen Stempelpass oder digital über die kostenlose Almtour-App (auf Google Playstore und Appstore).

Links: 

Gemeinde Unterweißenbach
Gemeinde Kaltenberg
Johannesweg