Donnerstag, 14. September 2017

Auf dem Ybbstalradweg von Waidhofen an der Ybbs nach Lunz am See

"Auf dem Ybbstalradweg von Waidhofen an der Ybbs nach Lunz am See"


Die Tour im Überblick



Beschreibung der Tour 

Tourtag:

09.09.2017

Anreise:

Waidhofen/Ybbs ist per Bahn erreichbar. In den Sommerferien verkehrt ein Radtramper-Bus zwischen Waidhofen und Lunz. Zwischen Ende August und Ende Oktober gibt es ein Radtaxi. Nähere Infos gibt es auf der Internetseite.

Streckenlänge / reine Fahrzeit ohne Pausen: 

rund 60 km / rund 4:00 Stunden

Beste Zeit für die Tour: 

Zwischen 31. Oktober und 15. April ist der Radweg unabhängig von der Witterung aus Sicherheisgründen gesperrt. Im Hochsommer lockt die Ybbs zum Baden.


Route: 

Quelle: ape@map desktop (c) Onyx Technologie OG 2015







Beschreibung Streckenstück 
Entfernung

Im Juni 2017 wurde die Strecke zwischen Waidhofen an der Ybbs und dem Lunzer See neu eröffnet, 10 Millionen Euro wurden in dreijähriger Bauzeit in das Kernstück des Ybbstalradwegs investiert. Nach der Einstellung der Ybbstalbahn im Jahr 2010 bot sich die Möglichkeit, die alte Trasse zu einem Radweg umzufunktionieren. Die Werbung klingt vielversprechend, also Räder aufgeladen. Wir sind zu fünft unterwegs, mit E-Bikes und konventionellen Trekking-Bikes.
0m



Wir parken am Bahnhof von Waidhofen. Wie sich später herausstellt, sind wir nicht die einzigen Radfahrer, die diese Parkmöglichkeit nutzen. Von hier aus kann man sich leicht in den Ybbstalradweg einklinken. Auf wenig befahrenen Straßen geht es durch die Vorstadt, verwinkelte Gässchen, Blicke auf die Dachlandschaft der alten Eisenstadt. Da, wo Kleine Ybbs und Ybbs ineinander fließen, bei der ehemaligen Haltestelle Schütt, treffen wir auf die alte Bahntrasse, die uns nun mal näher, mal weiter weg von Fluß und Bundesstraße bis zum Lunzer See begleiten wird. Man kann noch erkennen, dass hier vor nicht allzu langer Zeit Züge gefahren sind, teilweise wurden die Verkehrszeichen belassen, es riecht noch nach dem typischen Teergeruch der Schwellen. Wie idyllisch muss es gewesen sein, hier als Lokführer zu arbeiten !! Das Plätschern des Flusses begleitet uns, glasklar, grün und kalt ist das Wasser, man kann die Fische am Bachgrund herumschwimmen sehen. Da und dort steht ein Fliegenfischer. Die Verantwortlichen haben keine Kosten und Mühen gescheut. Die Trasse ist durchgehend asphaltiert, mit Geländern gesichert, Rastplätze mit eigens entworfenen Möbeln wurden angelegt, die Gasthäuser entlang des Weges haben sich auf die Radfahrer spezialisiert - und es lohnt sich offenbar. Mit uns sind viele weitere Radler unterwegs, großteils per E-Bike. In Opponitz gönnen wir uns eine vormittägliche Kaffeepause.
15,0km


Das könnte auch irgendwo in Italien sein, oder ?




Das Kraftwerk Opponitz gehört der Stadt Wien




Opponitz hat sogar ein Tunnel zu bieten, wenn auch nur ein kurzes. Entspannt radeln wir dahin. Das Flußtal steigt so sanft an, dass man es gar nicht merkt. Und es ist überraschend breit und sonnig. Rosa Springkraut und zart-lila Herbstzeitlosen säumen den Weg, weiße Schotterbänke laden an heißen Tagen zum Baden ein. Ruckzuck sind wir in Hollenstein. Bald die Hälfte des Weges haben wir jetzt geschafft. In Hollenstein dreht sich die Ybbs nach Nordosten, bahnt sich ihren Weg zwischen Oisberg und Königsberg hindurch. Hier ist das Land meiner Kindheit, hier am Königsberg habe ich Schifahren gelernt, war x-mal auf Voralpe und Gamsstein. Erinnerungen werden wach ... 27,5km









Hollenstein hat eine sehenswerte Pfarrkirche




Hollenstein - St.Georgen am Reith - Kogelsbach - Göstling: wir hanteln uns am grünen Band der Ybbs entlang von Ort zu Ort. Es ist angenehm, nicht auf den Autoverkehr achten zu müssen, allerdings sind inzwischen schon jede Menge Radler in die Gegenrichtung unterwegs. Unterwegs passieren wir eine sogenannte Dükerbrücke, den "Ybbstaler Henkel". Mit Hilfe dieser Brücke queren die Rohrleitungen für das Kraftwerk Opponitz den Fluß. Die Wasserkraft der Ybbs wurde zwischen Göstling und Opponitz über Rohrleitungen und Stollen zum Kraftwerk geleitet und der daraus erzeugte Strom ab 1924 über Österreichs erste 110-KV-Leitung nach Wien transportiert. In Göstling machen wir Mittagsrast. Die ausgesprochen nette Wirtin versorgt uns mit Braten und Salat, obwohl die Küche gar nicht mehr geöffnet hat. 46,0km






An dieser Stelle verunglückten 6 junge Menschen

Die Dükerbrücke

Das Göstlinger Freibad


Ab Göstling verkehrt der Ötscherland-Express auf den Schienen der Ybbstalbahn. Der Radweg muss nun also ausweichen und folgt der B 25. Das bedeutet viel Verkehrslärm und viel Gestank. Vor allem die Motorradkolonnen, die an schönen Tagen hier unterwegs sind, stören extrem. Wir sind froh, dass sich ab Lehen die Ybbs wieder zwischen uns und die Bundesstraße schiebt. Die Töpper-Brücke, errichtet durch den Industriellen Andreas Töpper, verbindet diese Tour mit unserem Nord-Süd-Weitwanderweg: in St. Anton an der Jeßnitz haben wir die Töppersche Bruderlade besucht. Ich finde es immer wieder spannend, wie sich Wanderungen und Ausflüge untereinander vernetzen und mein Bild einer Gegend erweitern. Das Flußbett der Ybbs weist hier übrigens ganz eigenartige karstige Steinrinnen auf. So etwas habe ich vorher noch nie gesehen. Und schon radeln wir durch Lunz, ein letzter kleiner Anstieg, dann breitet sich der See vor uns aus. Wer noch Energie hat, kann hier Bootfahren. Wir gönnen uns ein Eis, füttern die Enten und sind sehr stolz auf uns. Gottseidank gibt es das Radtaxi ! 58,0km






Töpperbrücke







Interessantes entlang des Weges

Entlang der Strecke gibt es Kultur und Natur zu besichtigen, aber eigentlich geht es um das entspannte und ganz und gar entschleunigte Radeln in einer wunderschönen Landschaft.

Adressen und Informationen: 

Bruckwirt, 3342 Opponitz, Thann 12

Telefon: 07444/72 20
E-Mail: bruckwirt@gmx.at
Internet: www.bruckwirt-opponitz.at
Öffnungszeiten: Mi - So 08:00 - 24:00

Zirbenstube, 3345 Göstling/Ybbs, Pfarrer-Schauer-Platz 169

Telefon: 07484/23 30
E-Mail: info@zirbenstube-goestling.at
Internet: www.zirbenstube-goestling.at
Öffnungszeiten: Küche von 11:30 - 13:45 und 18:00 - 21:45, Mo & Di Ruhetag


Sonstiges

Dieser Abschnitt des Ybbstalradwegs ist für alle Radfahrer mit ein bisschen Kondition, auch für größere Kinder geeignet. Er führt autofrei ohne Steigung auf durchgehend asphaltierter Trasse durch das dicht besiedelte Ybbstal. Auch mit einem ganz konventionellen Trekking-Bike geht es ohne Anstrengung voran.  Eine Einkehr ist praktisch jederzeit möglich, durch Radbus und Radtaxi kann man die Strecke auch individuell kürzen. Das Radtaxi ist uns zunächst etwas konfus vorgekommen, im Endeffekt sind wir aber problemlos zum Auto gekommen. Auf Wunsch fährt das Taxi etwa auch nach Linz.

Links: 

Der Ybbstalradweg
Die Töpper-Brücke
Ybbstal Radtaxi
Stadt Waidhofen an der Ybbs

 

Donnerstag, 31. August 2017

Ysperklamm und Druidenweg

"Ysperklamm und Druidenweg"


Die Tour im Überblick

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Beschreibung der Tour 

Tourtag:

25.08.2017

Anreise:

Ich konnte keine Busverbindung ausfindig machen.

Streckenlänge / reine Gehzeit ohne Pausen: 

rund 8 km / rund 4:00 Stunden

Beste Zeit für die Tour: 

Ganzjährig möglich, es sollte halt nicht zu viel Schnee liegen, damit man die Steinformationen sehen kann. Der Abstieg vom Kaltenbergkreuz kann bei nassem Wetter oder Schnee unangenehm sein.


Route: 

Quelle: ape@map desktop (c) Onyx Technologie OG 2015







Beschreibung Streckenstück 
Entfernung

Die meisten niederösterreichischen Schulkinder waren wahrscheinlich irgendwann anlässlich eines Wandertags in der Ysperklamm, so auch ich. Ist halt schon länger her... Und weil Kind ein Ferienprogramm braucht und sich trotz Schulausflug nicht wirklich erinnern kann, beschließen wir, die Klamm zu besuchen.
0m



Beim Ausgangspunkt in Humpellehen angekommen, staune ich nicht schlecht: hier steht ein neues Kassenhäuschen, der Zugang zur Klamm ist mit einem Drehkreuz gesperrt. Jetzt wird also auch hier Eintritt verlangt...Wir zahlen brav und bekommen dafür einen Folder ausgehändigt, der uns den Druidenweg ans Herz legt. Na gut, das machen wir ! Dafür müssen wir zunächst durch die Klamm hinauf. Es ist ziemlich viel los, obwohl Freitag ist, viele ältere Herrschaften sind unterwegs und viele Familien mit Kindern. Überraschenderweise führt die Ysper einiges an Wasser. Aufgrund der extremen Dürre im Bezirk Zwettl hätte ich ein Rinnsal erwartet, aber es rauscht und plätschert. In der Klamm ist es angenehm kühl. Die Steiganlagen wurden durchgehend erneuert, es gibt eine Energie-Station und einen Selfie-Point. In der oberen Klamm ist schon weit weniger los. Der Anstieg ist ganz schön anstrengend. Immerhin müssen an die 300 Höhenmeter über Treppen und Brücken erklommen werden.
1,5km










Am Ende der Klamm liegt der ehemalige Ödteich, heute zugewachsen. Die Ysperklamm diente ja wie viele Bäche im Wald- und Mühlviertel der Holzschwemme. Der Ödteich war das Wasserreservoir, aus dem mit einem Schwall Wasser zum Transport der Holzscheiter abgelassen werden konnte. 1956 brach der Damm des Teiches, das Wasser wurde nicht mehr aufgestaut, Bäume verwuchsen den Teichgrund. Wir halten uns vorerst Richtung Gutenbrunn, folgen aber dann dem Druidenweg 31 auf einer Forststraße nach Südosten. Auf unserem Weg begleitet und schützt uns die Rune "Mannaz". Zu unserer Überraschung geht es stetig bergauf. Mal im Wald, mal am Hang geht es auf einem wirklich schönen Weg dahin, die Ausblicke ins Yspertal und zu den Voralpen sind grandios. Bald schon kommen wir zur ersten "Sehenswürdigkeit": die Steinformation "Phallus mit Vulva". Die Tafel daneben sagt, dass es sich um Fruchtbarkeitssteine handelt, bei denen bis Ende des 19. Jahrhunderts geopfert worden sein soll. Es folgen der "Sitzende Hund", ebenfalls Fruchtbarkeitssymbol, und die "Stehende Schale", eine ganz offensichtlich von Menschenhand in den Stein gehauene Schale, das Negativ eines Mühlsteins, angeblich ein Opferaltar, der im Zuge der Christianisierung gestürzt wurde. Diese Schale markiert den Beginn des keltischen Steinkreises am Kaltenberg. Druiden könnten hier religiöse Zeremonien abgehalten haben. Der Heilige Bezirk ist durch zwei Steinkreise begrenzt, innen gibt es einen Altar und Steinsitze. Ganz konnten wir uns nicht orientieren, aber offenbar pilgern Anhänger der keltischen Götter heute noch hierher und bringen Opfergaben dar.
3,7km


Die Rune MAN oder MANNAZ beschützt uns auf der Wanderung








Phallusstein

Sitzender Hund

Stehende Schale




Altar

Moderne Opfergaben


Der Druidentreffpunkt markiert den höchsten Punkt unserer Wanderung mit etwa 960 Metern. Von nun an geht`s bergab, erst einmal über das Plateau des Kaltenbergs. In der "Großen Schale" soll immer Wasser stehen (stimmt !), es folgt die Wohnhöhle der Druiden. Schwer vorstellbar, dass hier jemand gewohnt haben könnte. Bald schon stoßen wir auf den nächsten Heiligen Bezirk am "Böndel", bewacht von der "Sphinx". Auch hier sollen Druiden getagt haben, 13 Sitzplätze gab es mit Blick auf den Ötscher. Kurz nach dem "Böndel" zweigt ein Stichweg zum Kaltenbergkreuz ab. Wir machen Rast, tragen uns ins Gipfelbuch ein und genießen den Blick ins sonnige Tal. Von hier aus gibt es drei Abstiegsmöglichkeiten: zurück zur Abzweigung und auf Weg 31a gemütlich ins Tal, auf Weg 31 vom Kreuz steil hinunter oder unmarkiert in Kehren auf einer Forststraße, die oberhalb des Kreuzes beginnt. Wir wählen den steilen Weg - und der ist wirklich recht steil, teilweise durch Drahtseile und Leitern gesichert. Steinmanderln säumen den Weg - auch sie keltische Symbole ?? Am Talboden treffen wir einen Güterweg, er bringt uns an einigen Häusern vorbei zur Straße und zurück nach Humpellehen. Im Forellenhof gibt es Kaffee und Kuchen. Wir sind ganz schön müde - gefühlsmäßig war diese Runde wesentlich länger als die tatsächlichen Kilometer !! 8,0km



Wohnhöhle



Böndel




Kaltenbergkreuz


Steiler Abstieg



Da hinten im Talschluß ist die Ysperklamm



Interessantes entlang des Weges

Der "Druidenweg" basiert auf den Forschungen des Yspertaler Pfarrers Hans Wick (1904-1988), der sich mit der Erforschung von Schalensteinen beschäftigte. Die Namensgebung der Steine stammt ebenso von ihm wie ihre Deutungen. Auch wenn sich keine weiteren Belege dafür finden lassen, dass sich am Kaltenberg ein keltisches Heiligtum befand, so sind die Steinformationen doch sehr schön. Die Ysperklamm ist ein Naturdenkmal, laut Homepage sei sie die größte Klamm Niederösterreichs.

Adressen und Informationen: 

Forellenhof, 3683 Yspertal, Klammstraße 24
Telefon: 07415/7349
E-Mail: forellenhof-ysperklamm@aon.at
Internet: www.forellenhof-ysperklamm.at
Öffnungszeiten: warme Küche 11:00-18:00, MI und DO Ruhetag


Sonstiges

Gutes Schuhwerk ist sowohl für die Klamm als auch für den Abstieg vom Kaltenbergkreuz empfehlenswert. Obwohl die Runde kilometermäßig nicht lang ist, braucht man recht lang.

Links: 

Ysperklamm
Gemeinde Yspertal